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Projektbeschreibung

Planungsziel war ein ökologischer Neubau in Holzbauweise nach den energetischen Anforderungen der EnEV 2019 – das Haus 2019.

Das zweigeschossige Gebäude für 30 Wissenschaftler mit rund 740 qm Nutzfläche versorgt sich als „ Null-Energie-Haus“ komplett selbst mit nachhaltig, regenerativer Energie in der Bilanz eines Jahres. Die ästhetische Gestaltung, die Einbindung in das bauliche Umfeld, eine ganzheitliche Konzeption, die nachhaltige Bauweise und effizienter Ressourceneinsatz sowie die funktionale Qualität sollen hierbei berücksichtigt werden. Die Realisierung eines Gebäudes mit höchsten energetischen Anforderungen erfordert eine möglichst kompakte Gebäudeform mit einem optimalen AV-Verhältnis. Der Würfel schafft diese Voraussetzung. Das Gebäude bezieht sich geometrisch auf die vorgelagerten, quadratischen Wasserbecken. Das große nach Süden ausgerichtete Dach bildet eine Loggia unterwelcher sich der Haupteingang. Diese Loggia korrespondiert mit dem „Wassergarten“ sowie mit dem Eingang des bestehenden Laborgebäudes, bildet einen überdachten Aufenthaltsraum im Freien und bietet ausreichend Platz für die notwendige Fläche der PV-Module. Das Zentrum des Gebäudes bilden das natürlich belichtete, zweigeschossige Foyer sowie die als Kern angeordneten Nebenräume. Ringförmig hierum sind die Aufenthaltsräume angeordnet, bestehend aus den südlich gelegenen Nass- und Besprechungsräumen und den nach Norden, Osten und Westen orientierten Büroräumen. Die horizontale Erschließung dieser Gebäudestruktur ermöglicht eine optimale Leitungsführung in Abhangdecke und Doppelboden der Flure. Die lisenenartige Fassadengliederung integriert die auf eine optimale Größe begrenzten Fenster und bildet einen großzügigen Maßstab. Sie gibt dem Haus Rhythmus und Struktur. Es entsteht das tektonische Thema von Lasten und Tragen.

Kernstück der wärmetechnischen und kältetechnischen Versorgung des Gebäudes ist die Anbindung an die vorhandene Infrastruktur auf dem Gelände, in diesem Fall die Betriebswasserleitung. Über Tiefenbrunnen auf dem Gelände wird permanent Grundwasser gefördert, um u.a. Versuchsbecken auf der Südseite des Neubaus mit Frischwasser zu versorgen. Das etwa 12grädige Wasser wird im Gebäude direkt zur Kühlung und mittels einer Wärmepumpe zur Beheizung des Gebäudes verwendet. Dies garantiert jederzeit die höchstmögliche Ausnutzung geothermischer Energie bei gleichzeitig geringem Zusatzenergieaufwand.

Ein zweiter wichtiger Baustein in der Anlagentechnik ist die Lüftungsanlage, da nur diese eine Minimierung der Lüftungswärmeverluste eines Niedrigstenergiegebäudes gewährleisten kann. Nur hier können hohe Grade der Wärmerückgewinnung erzielt werden, um die einmal in den Betrieb investierten Wärme- oder Kältemengen nicht unkontrolliert in die Umwelt abfließen zu lassen.
Die zur Erreichung des Nullenergieniveaus notwendigen Energien werden hauptsächlich durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zur Verfügung gestellt. Die Anlage ist so ausgelegt, dass die prognostizierten Verbräuche im Laufe eines Jahres durch die erzielten Erträge gedeckt werden.

 

Projektdaten

Adresse Haus2019 für das UmweltbundesamtSchichauweg 5812307 Berlin / Marienfelde
Auftraggeber Bundesrepublik Deutschlandvertreten durchBundesamt für Bauwesen und RaumordnungReferat V5Straße des 17. Juni 112

10623 Berlin

Planungszeitraum Planung: 2009 bis 2011Realisierung: 2011 bis 2013
Leistungsphasen 1-8
Baukosten 3,6 Mio. € (netto / KG 200-500)
Technische Gebäudeausrüstung SCHIMMEL Beratende IngenieureBlücherstraße 22 (Aufgang 3 / 5.OG)10961 Berlin
Tragwerksplanung / Brandschutz Ingenieurbüro Torsten KnothHelmholtzstraße 2-910587 Berlin
Landschaftsplanung LA.BAR LandschaftsplanungAlexandrinenstraße 2-310969 Berlin